In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt die Herstellung eines Epoxidharz-Tisches mit Beleuchtung (Rivertable).

Hier gelangen Sie in die Shop-Kategorie Epoxidharz. Dort finden Sie alle Epoxidharze, nutzen Sie den Filter für eine engere Auswahl.
Hier können Sie diese Schritt für Schritt Anleitung als PDF Datei herunterladen: 1,7 MB.

Update: weiter unten finden Sie eine Tischplatte aus Olivenholz, vergossen mit dem Gießharz SR1670, was zusätzlich mit dem Schmincke Künstlerpigment Farbton „lampenschwarz“ eingefärbt wurde und so einen fantastischen Kontrast zwischen dem hellen Holz und dem umgebenden schwarzen Harzgemisch schafft. VIelen Dank an Uli Wolter von pulcum.de.

Update: Video-Tutorial Serie mit Andys Werkstatt

Wir haben mittlerweile eine ganze Reihe Video-Anleitungen mit Andy vom Youtube Kanal Andys Werkstatt gedreht. Hier sein erster (guter) eigner Versuch ohne unsere Beteiligung mit dem River-Table:

Wie geht das? River Table / Epoxy Tisch selber machen - Schritt für Schritt

 

Video vom unserem Endergebnis zur Anleitung unten

Hier sehen Sie das Video des Endergebnisses unseres Epoxidharz-Tisches mit Beleuchtung:


 

Vorbereitungen

Anleitung Epoxidharz Tisch HolzbohlenDen Untergrund der Arbeitsplatte mit bspw. PE- Folie abdecken oder mit Trennmittel gegen eine Verklebung des Harzgemischs mit der Arbeitsfläche schützen sowie den Fußboden um und unter der Arbeitsfläche u.a. zum Schutz gegen eine Verschmutzung mittels  Harzspritzern.

Materialliste:

Unsere Tipps:

  • Rechnen Sie mit einem grundsätzlichen Bedarf von 1L pro 1mm Gießhöhe pro m² (bspw.: 1mm Dicke bedeutet 1L Material pro m², 50mm = 50L). Das Harz hat eine Dichte von ca. 1,1kg/L, entsprechend braucht man dann 1,1kg pro 1L Volumen. Holz saugt nie "berechenbar", da es von Holz zu Holz und sogar innerhalb einer Sorte von Stamm zu Stamm unterschiedlich "saugt"! 
    Um eine zu lange Saugdauer zu verhindern, können Sie die entsprechenden Kontakt-Bereiche zuvor mit dem schnelleren SurfClear EVO Epoxidharz an- oder einstreichen. Dieses Harzsystem dämmt nach deutlich kürzerer Zeit (in ca. 1h) das Saugverhalten ein, so dass das Holz nicht "ohne Ende" das jeweils "nass-in-nass" nachfolgende und sehr lange offene Gießharz (bis zu 11h oder länger dauernd*) aufsaugen kann.
  • bei Gusshöhen bis 3cm in einem Schritt*: Giessharz SR1670
    oder
  • bei Gusshöhen bis zu ~5cm in einem Schritt: SR GreenCast 160
  • beide: UV-stabilisiert, glasklar und jeweils mit Härter SD7160 zu mischen.

  • nach Wartezeiten und solange man beim "Drauftupfen mit dem Handschuhfinger" daran anhaftend immer noch Material der Harzmischung erkennt, kann man in weiteren ähnlich hohen Schichten weiteres Gießharz nachgießen, ohne dass sich die Schichten abzeichnen. Ist das Stadium schon weiter fortgeschritten und KEIN Material ist sichtbar am Handschuhfinger zurückgeblieben, dann: nach einem scharfen Anschliff mit Korn P80 bis P120 (oder auch mittels Drahtbürste, Schleifvlies o.ä.) die erste Schicht aufrauen, gut entstauben und dann mittels weiterem Material aufgießen.
  • wählen Sie bei Produktion von Schichtdicken über 2-3mm kein „normales“ Epoxidharz sondern auch bei solch einer scheinbar geringen Dicke besser das im Weiteren beschriebene und speziell als Giessharz-System entwickelte SR1670 (SR: "Sicomin Resin" = Harz) / SD7160 (SD: "Sicomin Durcisseur" = Härter) Material!

  • Andere oder schnellere Harzsysteme:

    - sind eventuell nicht UV-stabilisiert und vergilben nach kurzer oder längerer Zeit mehr oder weniger stark
    - beginnen, sich schnell zu erhitzen, zu kochen oder stark auszugasen, was die Qualität und Transparenz von Bauteilen beeinträchtigt
    - insbesondere die lösemittelhaltigen Polyester-Harze haben einen deutlich höheren Schrumpf, was zu Verzug von Bauteilen und Rissbildungen führen kann.

Unsere Giess-Harze:

SR1670

  • ist aufgrund der UV-Stabilsationsadditive zunächst bläulich erscheinend, dann aber, mit Härter gemischt, absolut transparent aushärtend
  • ist UV-stabilisiert (nicht "UV-stabil") und sollte daher insbesondere für Außenanwendungen mittels bspw. unserer Klar- oder Farblacken von Nautix, Nemo Coatings oder Sicomin weitergehend geschützt werden
  • sollte mit Härter SD7160 nicht höher als 2-3cm pro Arbeitsgang vergossen werden, weitere Aufschichtungen können in bestimmten Zeitfenstern folgen, um letztlich höhere Schichtdicken zu erzielen (zum noch langsameren Härter SD1213 liegen bislang [08/´18] keine Informationen vor);  
  • kann die nächste Schicht innerhalb dieses Zeitfensters aufgebracht werden!); gibt die vorhergehende Schicht kein sichtbares Material mehr ab: härten lassen und mit Korn P80-120 anschleifen und danach weiterhin mit Harzgemisch beschichten
  • um wegen der langen Topfzeit des Harzes die Saugleistung von Holz einzudämmen, kann zuvor das Surf Clear EVO* an entsprechenden Stellen aufgetragen werden
  • kann auch als Streichbeschichtung verwendet werden: hohe Schichtstärke, Porenversiegelung, UV-Stabilität, schnelles Anziehen / Härten, gute Schleifbarkeit als Vorteile ...

    *: Surf Clear EVO besitzt 40% pflanzliche Inhaltsstoffe und: es bietet den höchsten UV-Schutzanteil der „normalen“ Sicomin Harze.

SR GreenCast 160

  • Das SR GreenCast 160 hat ziemlich die gleichen Eigenschaften wir das SR1670, ist jedoch für Gusshöhen von bis zu ~5cm Höhe (in einem Guss** oder Schritt!) konzipiert und entsprechend nochmals langsamer als das SR1670.
  • Es ist zusätzlich noch "vor-entgast", so dass eine Blasenbildung sich schnell aufhebt oder gar nicht erst entsteht und, je nach Anwendung, auch eine Vakuum-Entgasung des Harz- / Härtergemisches in einem Vakuum-Entgasungsbehälter eventuell überflüssig macht. (Lesen Sie dazu auch unsere Anwendungsempfehlungen zu den einzelnen Harzsystemen!)
  • Außerdem zählt es zu den neuesten Entwicklungen von Sicomin´s „GreenPoxy“-Reihe, bei der in einem hohen Maße aus dem Recycling stammende pflanzliche Inhaltsstoffe anstelle von Rohöl eingebaut werden.

Auftrags- und Verarbeitungshinweise finden Sie hier:

Starter-Set Gießharz

 


 

1. Arbeitsschritt: Waldkante entfernen

Eine unter Umständen nicht gewünschte Waldkante mittels passender Werkzeug entfernen.

Waldkante entfernen

 


 

2. Arbeitsschritt: Waldkante versiegeln

Wald- oder Borken-Kanten können zuvor mit dem Epoxidharz SR Surf Clear EVO und Härter SD SC EVO MED vorimprägniert und versiegelt werden. Dies vermeidet eine zu hohe Harzaufnahme und längeres Ausgasen des Holzes; der Auftrag dieser Materialien kann mittels Pinsel erfolgen. Beide Harzsysteme reagieren recht schnell: am besten sollten sie, je nach Umgebungstemperaturen, “nass-in-nass“* verarbeitet  werden.

*: (Handschuh-) „Fingertest“: dabei muss mit dem „Drauftupfen“ immer noch Material der vorher aufgetragenen Schicht am  Handschuh-Finger sichtbar sein; ist das nicht der Fall, das Harzgemisch zunächst aushärten lassen und vor dem nächsten Harzauftrag mit Korn P80 bis 120 anschleifen.

Anleitung Epoxidharz Tisch: Waldkante versiegeln


 

 3. Arbeitsschritt: Tischenden abdichten

Anleitung Epoxidharz Tisch: Tischenden abdichten Um ein Wegfließen des Gießharzes zu verhindern, werden die beiden Kopfenden mit angepassten Begrenzungen aus Holz, Kunststoff, starker Pappe, etc. abgedichtet.

Diese Begrenzungen  können  mit  einer  flexiblen  Dichtmassen  z.B. MS- Polymer UNICOL eingepasst und vollständig abgedichtet werden. 

Kopfteile aus Pappe oder Holz sollten mit einer selbsttrennenden PE-Folie (auch Paketklebeband, Frischhaltefolie o.ä.) abgedeckt oder mit Trennmittel oberflächlich behandelt werden, damit die Begrenzungen später einfach, und ohne am Harzgemisch  anzuhaften, entfernt werden kann. Sorgt man nicht sorgfältig für eine Trennung, spielt das Harz seine hervorragende Klebeeigenschaften im negativen Sinne aus!

 

 

 

 

 


 

4. Arbeitsschritt: Bohlen ausrichten

Beide Bohlenhälften so gleichmäßig und eben zueinander ausrichten, dass eine einheitliche Gießhöhe des Harzes garantiert ist. Gleiches gilt auch für andere, geometrisch unterschiedliche Formen und Materialien, die eingegossen werden. Unabhängig davon ob der Tisch rund oder rechteckig wird, um eine ebene Oberfläche zu erreichen, ist das allseitige und waagerechte Ausrichten der Gießobjekte nötig!

Anleitung Epoxidharz Tisch: Bohlen ausrichten


 

5. Arbeitsschritt: Einfüllen von Kiesel und Moos im mittleren Bereich

Bei diesem Beispieltisch wurde das zu füllende Volumen, der eigentliche “River“ durch weißen Zierkies und Moos gefüllt.

Bei leichten Gegenständen, die nach eigenem Ermessen durchaus mit eingegossen werden können, empfehlen wir, diese vorab am Boden zu fixieren, da diese -durch das schwerere Harz angehoben- sonst aufschwimmen.

 

Wichtig: Alle Gegenstände, die eingegossen werden, müssen unbedingt trocken sein; dies gilt besonders für organische Gegenstände wie bspw. Blumen, Gräser oder auch -wie hier verwendet- Moos.

Anleitung Epoxidharz Tisch: Einfüllen von Kiesel und Moos


 

6.1. Arbeitsschritte: Einfüllen des Harz-/Härtergemisches in den Mittelraum in mehreren Teilschritten von ca. 1-3 cm Schichtdicke

Wichtig: Mischungsverhältnis Harz und Härter genau einhalten, (Waage einsetzen) gut verrühren und vermischen; Ansätze sofort verarbeiten; Nass in Nass arbeiten (bei Handschuhtest  immer noch Material am Handschuh zeigend) ansonsten nach Aushärtung anschleifen.

Anleitung Epoxidharz Tisch: Einfüllen des Harz- / Härtergemisches


 

6.2. Einfüllen des Harz-/Härtergemisches in den Mittelraum; hier: in mehreren Teilschritten von ca. 1 cm Schichtdicke

Achtung: Der Vorteil der “Nass in Nass“ Methode ist das schnelle hintereinander Wegarbeiten der Schichten.

Es muss nicht gewartet werden bis die vorherige Schicht ausgehärtet ist, im Gegenteil, der so entstehende chemische  Verbund ist bei dieser Methode am besten. Ein weiterer Vorteil ist, dass zwischen den Lagen keine Schleif-Kratzer entstehen, da man die Fläche sonst anschleifen müsste.

Anleitung Epoxidharz Tisch: Einfüllen des Harz- / Härtergemisches 1 cm Schichtdicke


 

7. Arbeitsschritt:  Mit Harz aufgefüllter Mittelbereich des Tisches

Anleitung Epoxidharz Tisch: Mit Harz aufgefüllter Mittelbereich des Tisches


 

8. Arbeitsschritt: Tischplatte nach Aushärtung, Entformen und Schleifen

Anleitung Epoxidharz Tisch: Tischplatte nach Aushärtung, Entformen und Schleifen


 

9. Arbeitsschritt: Vorbereitung Oberflächen Finish

Anleitung Epoxidharz Tisch: Vorbereitung Oberflächen Finish Die Aushärtung des Materials kann, je nach Umgebungsbedingung und vergossener Menge einige Stunden oder auch 1 bis 7 Tage dauern!  Empfehlung: eine kontrollierte nachträglicher Erwärmung („Temperung“) erhöht die chemische und thermische Stabilität. Abschließend wird die Oberfläche entsprechend der gewünschten finalen Optik vorbereitet.

Bleiben die Holzteile, wie in diesem Fall, natur- belassen, ist ein Schliff mit Korn P180 als Vorbereitung ausreichend. Der Mittelteil mit dem „Epoxy-River“ ist schon aufwändiger. Abhängig vom Glanzgrad, der erreicht werden soll, startet die Bearbeitung bei Korn 180/240/360/400/600/800. Ab Korn 1000-4000 kann gerne auch nass geschliffen werden. 

Den Abschluss bildet bei Bedarf:

1 ) das Polieren für ein entsprechendes   Hochglanz-Finish, oder

2) der Auftrag eines (Klar- oder Farb-) Lacks - siehe dazu Seite 13 die Lacke von NEMO COATINGS oder NAUTIX

 

 

 

 

 


 

 

10. Arbeitsschritt: Tisch mit montiertem Untergestell

Anleitung Epoxidharz Tisch: Tisch mit montiertem Untergestell


11. Arbeitsschritt: Versiegeln der Oberfläche

Anleitung Epoxidharz Tisch: Versiegeln der OberflächeDDie Holzteile dieses Tischs sollten natur- belassen bleiben: hier wurde die Holzoberfläche nach einem Feinschliff lediglich mit einem Hartölwachs versiegelt, was optisch keinen Absatz zum ausgehärteten Gießharz zeigt.

Alternativ lässt sich bspw. der aus dem Boots- und Yachtbau kommende zwei- komponentige seiden- bzw. glänzende Klarlack Klarlack VA2 von Nautix, oder der aus der Luftfahrt stammende in „tiefstmatt“ bis hochglänzend erhältliche hochglänzende Clear Master UVR von Nemo Coatings einsetzen.

 

 

 

 

 


 12. Arbeitsschritt: Alternatives Individualisieren

Als leuchtende „Highlights“ lassen sich- wie hier- optional auch indirekte Beleuchtungen mit eingießen wodurch solch ein Tisch  nochmals eine besondere Optik erhält., je nach Lichtquelle entstehen so besondere Stimmungen und Effekte, zu sehen im Video ganz oben.

Zwecks farbiger Effekte können dem Harzgemisch auch diverse Farb- oder Metallic-Pigmente hinzugemischt werden. 

Beachten Sie hier unsere neuen Fluo- oder Metallic Pigment-Pulver!  Wichtig: diese Färbemittel dem Harz oder dem Harz/Härter-Gemisch beimengen, nicht dem Härter!

 

Anleitung Epoxidharz Tisch: Alternatives Individualisieren


 

Update: Tischplatte aus Olivenholz, vergossen mit Gießharz +  Schmincke Künstlerpigment

 Tischplatte Epoxy Verguss Farbpigmente

Vielen Dank an Uli Wolter für das Foto (pulcum.de). Die Schreinerei, deren Eigentümer Uli Wolter sehr erfolgreich und sehr schöne Produkte mit unseren Harzen produziert.  Hier auf dem Foto: eine Tischplatte aus Olivenholz, vergossen in Gießharz SR1670, was zusätzlich mit dem Schmincke Künstlerpigment Farbton „lampenschwarz“ eingefärbt wurde und so einen fantastischen Kontrast zwischen dem hellen Holz und dem umgebenden schwarzen Harzgemisch schafft.

 

Anleitung zur Herstellung des Tisches als PDF downloaden

Hier können Sie diese Schritt für Schritt Anleitung als PDF Datei herunterladen: 1,7 MB.

 Starter-Set Gießharz