Epoxy ist ein universell einsetzbares Material. Es eignet sich z.B. zum Imprägnieren und Kleben von Holz, Stahl und weiteren Materialien. In Verbindung mit Glasgeweben oder -gelegen wird es als hochwertiges und starkes Laminierharz geschätzt.

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Epoxidharze
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Anrühren von Spachtelmasse

Einem Gemisch Harz / Härter werden nach gründlichem Verrühren 20 bis 50 % (Volumen) Thixotropierpulver beigemischt (Anmerkung: je mehr Thixotropierpulver, desto härter wird die Oberfläche und verschlechtert eventuelles Schleifen).

Anschließend wird durch entsprechende Zugabe von Glas Bubbles (bis zu ca. 200% nach Volumen) die Spachtelkonsistenz (je nach Gebrauch mal zäher oder flüssiger einstellbar) erreicht. Ersatzweise und arbeitssparender für die beiden genannten Materialien kann aber auch mit den Fertigmischungen MIXFILL10, MIXFILL30, oder WOODFILL 130 oder WOODFILL 250 von SICOMIN gearbeitet werden. 

Mit dieser Masse können nun Löcher verspachtelt werden, oder Spachtelkehlen gezogen werden etc..  Nach einer Durchhärtung von etwa 24 Stunden lässt sich das Material leicht schleifen. Es empfiehlt sich, noch wenigstens eine Harzlage (natürlich unter entsprechender Härterzugabe, aber ohne weitere Zusätze) aufzutragen, bevor nach einem Zwischenschliff ein Lack aufgebracht wird.

Zum Produkt im Shop: 1K und 2K Epoxidharz Feinspachtel

Oberflächenbehandlung am Beispiel einer Sperrholzplatte

Eine Oberflächenbehandlung einer Sperrholzplatte sieht so aus:

Eine Vorbereitung der Oberfläche mittels Schleifen mit Korn 80 spart Epoxy, ist aber nicht zwingend notwendig. Rühren Sie nun das Epoxidgemisch an. Mittels Kurzhaarrolle (z.B. Perlon-, Laminierrolle), Velourrolle oder Pinsel tragen Sie die angerührte Mischung auf.

Je nach Sättigungsgrad des Holzes eventuell ein weiteres Mal nass in nass innerhalb v. ca. 60 Minuten ohne Zwischenschliff streichen. Sonst nach Aushärtung des Materials nach ca. 24 bis 40 Stunden je nach Temperatur (ideal: 18-23° C) anschleifen (mit z.B. 80er Korn leicht anrauen), Unebenheiten herausschleifen ohne aber das Furnier der Sperrholzplatte anzuschleifen.

Verkleben von zwei planen Holzteilen

Beide Flächen erst mit einer Harzmischung komplett einstreichen, dann Harz mittels Baumwollflocken oder WOODFILL250 andicken und mit Spachtel oder Pinsel einseitig auftragen.

Denken Sie daran, dass Holz ein saugendes Material ist, das manchmal das Harz sehr stark aufnimmt und die Leimfläche ohne vorheriges Einstreichen „trockenfallen“ könnte.

Reparatur einer Holzreling

Demontieren Sie die einzelnen Teile, die wieder verleimt werden sollen. Die Bruchstellen von losem Material befreien, Lackreste usw. mittels Schleifen oder Bürsten entfernen. Rühren Sie eine Portion Epoxid (Mischung wie anfangs) an, die Sie dann auf die zu verklebenden Stellen auftragen.

Wenn Sie Hirnholz miteinander verkleben wollen, warten Sie einige Minuten nach dem erstmaligen Auftrag, das Holz wird das Epoxi (siehe auch SR5500 und EP217!) tief in sich aufsaugen, so dass ein weiterer Auftrag innerhalb von ca. 30 Minuten erfolgen sollte. Bleibt das Material dann gut stehen, fügen Sie die Teile zueinander und fixieren Sie diese. Ansonsten nochmaliges Auftragen so lange, bis das Holz gesättigt ist.

Haben Sie noch Zugang zur Flickstelle, können Sie auch gleich im Anschluss verbliebene offene Ritzen und Fugen mit angedicktem Epoxi (durch Zusatz von vorgemsichten Mixfill10 oder -30, Tixothropierpulver, Holzstaub, roten Microspheres oder durch Zusatz von weißen Glas Bubbles) verfüllen.  Ist die beschädigte Stelle häufiger beschädigt, weil z.B. besonders hervorgehoben oder belastet, können Sie diese mit Glasgewebestreifen zusätzlich verstärken:

Gewebeverstärkung

Hierzu nach Aushärtung der Verleimung die zu verstärkende Stelle eventuell rundum von Lack usw. befreien, Epoxi anschleifen, eine Harzschicht auftragen, Gewebeband um die Stelle wickeln und mit Harz tränken. Es zeigt sich eine klare, durchsichtige Fläche - im Gegensatz zu dem vorher weißen Glasgewebe.

Je mehr Gewebe Sie aber verwenden, desto mehr geht diese Klarheit verloren.  Achtung: Ziel ist nicht, möglichst viel Harz im Gewebe unterzubringen, sondern wenig! Darum überschüssiges Harz aus einer Fläche unter Zuhilfenahme eines Gummispachtels vorsichtig herausziehen, nachdem das Gewebe gleichmäßig getränkt wurde, was an der klaren Struktur erkennbar ist.

Laminieren einer Fläche mit Glasgewebe

Ein Problem, was bei einer Beschichtung mit Gewebe auftreten kann, ist, dass das unter dem Gewebe liegende Holz sehr viel Harz aufnimmt und damit das Gewebe „trocken saugt“.

Empfehlung daher: Erst das Holz sättigend mit Harz beschichten. Eventuell sollte man diese Schicht sogar aushärten lassen, um dann anderentags nach grobem Hand- oder Maschinen-Zwischenschliff zu laminieren.

Aber auch die direkte Beschichtung von Holz mit Laminat ist möglich, es hängt sehr von der Temperatur ab, bei der gearbeitet wird.

Dabei erst das Harz auf dem Bereich satt (nicht zu viel, so dass es läuft) auftragen, auf dem anschließend Gewebe aufgelegt wird. Dieses andrücken oder -rollen. Anschließend die noch weiß verbliebenen Stellen im Gewebe mit Harz bestreichen. Überschüssiges Harz mittels nicht färbendem Gummispachtel leicht ausziehen und eventuell in die nicht getränkten Stellen im Gewebe ziehen. Bei diesem Vorgang nicht zu viel Kraft aufwenden, da sonst das Gewebe verzogen wird oder in seiner Webstruktur leidet.

Hat man eine Fläche mit Glasfaser laminiert, kann man die Gewebestruktur mit der vorher erwähnten Spachtelmasse ebenfalls wegspachteln (nur bei anschließend deckender Lackierung, ansonsten mit 2- bis 3 Lagen Harz- /Härtermischung aber ansonsten ohne weitere Zusätze füllen). 

Eine Struktur füllende Schicht nach einer Laminierung sollte erst nach einer gewissen Weile erfolgen, hierzu sollte der „Daumen-Test“ gemacht werden (nach Kontakt mit der aufgebrachten Harzschicht sollte diese immer noch mit hochgerissen werden und es sollte nicht lediglich ein Abdruck hinterlassen werden).  Beginnt man mit dem Auftrag der nächsten Schicht zu früh, sinkt das Harz unter das Gewebe und es bilden sich Harzblasen, erfolgt dieser Schritt zu spät, ist das zuerst aufgetragene Material bereits zu weit ausgehärtet und die Schichten gehen keine chemische Verbindung mehr miteinander ein. 

Nach Laminierarbeiten (Auflegen von Geweben) empfiehlt sich eine anschließende Beschichtung mit Abreißgewebe („Peel Ply“). Dieses nimmt überschüssiges Harz auf und fördert die gleichmäßige Verteilung des Harzes im Gewebe. Der größte Vorteil liegt aber in der Zeit, die man einspart, denn nach dem Abreißen des Peel Ply´s nach der üblichen Trockenzeit kann sofort weitergearbeitet werden, was einen Zwischenschliff erspart. Besonders für große Flächen macht sich der Material-Einsatz gegenüber der gesparten Zeit deutlich bemerkbar!

In jedem Fall sollte eine Epoxidschicht nicht ohne einen UV-Schutz (2K-DD- bzw. -PU-Lack) der Sonne ausgesetzt werden.

Verarbeitungstemperatur

Je nach Epoxidharz-Art nicht unter 14°C ohne zusätzliche Erwärmungs-Maßnahmen. 

Normale Topfzeit 30 - 90 Minuten, je nach angesetzter Menge und gewähltem Härter. Die Reaktionszeit wird durch einen größeren Mengenansatz deutlich verringert. Nicht in der Sonne verarbeiten, da sonst die Topfzeit drastisch reduziert wird.  Bei Verarbeitung in mehreren Schichten muss die Oberfläche nach den einzelnen Aushärtungen erneut angeschliffen werden, wenn nicht „nass in nass" gearbeitet oder „Peel Ply“ (=Abreissgewebe) aufgelegt wurde.

Achtung: 
Epoxid reagiert wie so mancher Lack empfindlich (nämlich durch „weglaufen“) auf silikonhaltige, fettige oder ölige Stellen. Diese sollten vorher mit Silikonentferner, Verdünnung oder Aceton gründlichst gereinigt werden. Feuchte Stellen erst gut trocknen.

Sicherheitsmaßnahmen beim Arbeiten mit Epoxidharz

Einige Sicherheitsratschläge sind beim Umgang mit Epoxid zu beachten: Es sollte nur in gut belüfteten Räumen mit Schutzkleidung, Atemschutz und Handschuhen gearbeitet werden.  Diese Vorsichtsmaßnahmen sind nicht Epoxi –„spezifisch“, sondern gelten bekanntlich für viele chemische Materialien.

  • Hautkontakt vermeiden!
  • Bei Augenkontakt gründlich mit Wasser spülen und Arzt aufsuchen.
  • Wir empfehlen Verarbeitern, die noch nicht mit dem Material vertraut sind, es erst mit kleineren Proben zu versuchen, bevor man sich an größere Vorhaben wagt.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.